Aufrichtige Gratulation nach Sachsen-Anhalt: Ihr seid das Volk#

Mein uneingeschränkter, von Herzen kommender Respekt und meine tiefste Anerkennung gelten heute den 56,2 Prozent der Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt. In einem zermürbenden gesellschaftlichen Klima, geprägt von medialem Dauerfeuer, kalkulierter Panikmache und aggressivem Populismus, habt ihr Haltung bewahrt und Rückgrat bewiesen. Ihr habt an den Wahlurnen ein kraftvolles, unmissverständliches Signal gesetzt: Ein Ulrich Siegmund, seine gesichert rechtsextremen Kader und die schleichende Normalisierung völkischer Ideologien haben in diesem Land keine Mehrheit.

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Diesen 56,2 Prozent gebührt nicht bloß höflicher Beifall, sondern unsere volle, aufrichtige Dankbarkeit. Ihr seid in vorderster Reihe gestanden und habt die Brandmauer der Demokratie dort verteidigt, wo der Druck der Verfassungsfeinde am massivsten spürbar war. Wenn die historische Losung „Wir sind das Volk“ heute überhaupt noch eine ehrliche, unbestechliche Bedeutung besitzt, dann exakt in eurem Votum: Ihr seid die lebendige, wehrhafte Zivilgesellschaft, die für Freiheit, Vielfalt, Menschlichkeit und den Erhalt unserer Rechtsordnung einsteht.

Aus diesem Ergebnis erwächst nun eine glasklare Verpflichtung für die Union. Das ewige parteipolitische Taktieren, das feige Schielen auf reaktionäre Ränder und die ständige Versuchung, aus nackter Machtgier mit verfassungsfeindlichen Kräften zu kungeln, müssen auf der Stelle aufhören. Wer den Anspruch erhebt, eine bürgerliche Kraft der Mitte zu sein, hat sich jetzt ohne Wenn und Aber zu den Werten unseres Grundgesetzes zu bekennen und den Fokus wieder auf das Wesentliche zu legen: verlässliche, lösungsorientierte und empathische Politik für die realen Lebensrealitäten aller Bürgerinnen und Bürger.

Die Chronik des geistigen Totalschadens#

Während das Wahlergebnis der Mehrheit Anlass zum Aufatmen gibt, bleibt eine unbequeme, zutiefst verstörende Frage im Raum: Was fängt man eigentlich mit jenen Gestalten an, die sich geistig, moralisch und emotional so radikal aus dem gesellschaftlichen Konsens verabschiedet haben, dass jedes noch so rationale Argument an ihnen wirkungslos abprallt wie Regen an einer verwitterten Scheunenwand?

Ich durfte dieses Phänomen vor einiger Zeit aus nächster Nähe beobachten. Ein Lehrstück des ländlichen Verfalls: Ein Pärchen, fernab jeder Zivilisation auf einem Hof in einem Kaff vor dem Kaff, wo die Einwohnerzahl mit Müh und Not den zweistelligen Bereich ankratzt. Er ist der Prototyp des verbitterten Schollen-Egoisten – ein biederer Bauer, der sich selbst der Nächste ist, getrieben von reinem Profitwahn, und charakterlich ohne mit der Wimper zu zucken bereit, die eigene Mutter für eine Handvoll Kupferlinge zu verhökern, sofern sich dafür auf diesem Planeten auch nur ein einziger Abnehmer fände. Sie, geistig nun wahrlich nicht mit der hellsten Kerze auf der Geburtstagstorte gesegnet, verbringt ihr Dasein in einer Dauerschleife aus weinerlichem Jammern, pseudo-spirituellem Hokuspokus und dem hysterischen Abschreiten von Grundstücken mit der Wünschelrute, um bösartige Erdstrahlen zu verjagen.

Zusammen bilden die beiden ein kongeniales Monument der kollektiven Verblödung. Selbstverständlich halten sie sich für die unangefochtene intellektuelle Speerspitze der Nation, keinesfalls für ordinäre „Schlafschafe“, und sie sind niemals um eine ungefragte Belehrung über alternative Denkstrukturen, BRD-GmbH-Mythen oder den wahren Untergang des Abendlandes verlegen. Man könnte fast mitleidig denken: Wunderbar, lasst die beiden Greise doch in ihrem provinziellen Mikrokosmos versauern, wo sie untenrum versorgt sind, bis das Familiengericht auch die gefühlt siebenundzwanzigste bäuerliche Liebesehe scheidet, während sie gemeinsam die Sonnenuntergänge unter einem vermeintlich von Chemtrails verseuchten Himmel bestaunen.

Weit gefehlt. Wie es der Zufall so wollte, erhielt ich detaillierten Einblick in die private digitale Kommunikation der beiden. Genau jene Art von ungefiltertem Schriftverkehr, die geführt wird, wenn sich Menschen in der trügerischen Sicherheit wiegen, dass niemals ein Außenstehender mitliest.

Was mir dort entgegenschlug, war kein spleeniger, verstrahlter Senioren-Irrsinn mehr, über den man im Vorbeigehen noch peinlich berührt den Kopf schütteln könnte. Es war ein tiefschwarzer, demokratiefeindlicher und abgrundtief verkommener Fiebertraum. Ein zügelloser Menschenhass, der mir buchstäblich den Magen umdrehte. Für mich persönlich sind die beiden letztlich völlig Fremde – Gestalten aus einer fernen Umlaufbahn, von denen ich ohnehin seit Jahren buchstäblich nichts Positives, Anständiges oder Konstruktives erwartet habe. Und dennoch schafften sie es, mich auf einem Level menschlich zu enttäuschen, das ich nicht für möglich gehalten hätte.

Und genau das lässt mich erschauern: Wenn mich der Einblick in den moralischen Verfall zweier im Grunde wildfremder Menschen schon so angewidert zurücklässt – wie unfassbar grausam, schmerzhaft und zerreißend muss diese Erfahrung erst für jene sein, die zu solchen Leuten echte emotionale Bindungen hatten? Wie furchtbar muss es sein, wenn Eltern, Geschwister oder langjährige Freunde miterleben müssen, wie ein ehemals geliebter Mensch nach und nach in diesem braunen, hasserfüllten Wahn versinkt, bis nichts mehr von der ursprünglichen Persönlichkeit übrig ist außer dumpfe Wut und Gehässigkeit?

Die Paranoia im idyllischen Nirgendwo#

Man muss sich die groteske Absurdität dieser ländlichen Tragödie einmal bildlich vor Augen führen: Da hocken zwei Rentner in Kleinarschhausen mitten im landschaftlichen Postkarten-Idyll, umgeben von herrlicher Natur, satter Ruhe und frischer Luft, und sie haben an ihrem verbleibenden Lebensabend absolut nichts Besseres zu tun, als 14 Stunden am Tag mit zittrigen Fingern durch TikTok-Algorithmen zu wischen, um sich von rechtsextremen Hetzern das Resthirn verflüssigen zu lassen. Was für ein jämmerliches, vergeudetes Dasein.

Und der absolute Gipfel der Lächerlichkeit: An einem gottverlassenen Flecken Erde, an den sich in der gesamten Menschheitsgeschichte noch nie eine Person mit Migrationshintergrund freiwillig verirrt hat, schieben diese beiden eine xenophobe Paranoia, die sich gewaschen hat. An einem Hof, an dem nicht einmal mehr die eigenen Kinder an Heiligabend zu Besuch kommen wollen, weil sie den toxischen Mief nicht mehr ertragen, zittert man voller Inbrunst vor der angeblichen „Überfremdung“ und dem bösen „Muselmann“. Niemand kam jemals zu euch, niemand will euer baufälliges Gehöft haben, und niemand wird in Zukunft kommen. Man möchte diesen Leuten zurufen: Beruhigt euch endlich, legt das verdammte Smartphone aus der Hand, macht euch nicht vor der gesamten Menschheit zum Gespött und genießt einfach eure letzten paar Jahre, anstatt euer Lebensende als nützliche Idioten für faschistische Parolen zu opfern! Doch diese Worte verhallen ungehört. Und genau hier schließt sich der Kreis zu Sachsen-Anhalt: Manche Menschen sind schlichtweg zu weit abgedriftet. Sie sind verloren.

Keine Häme für Sachsen-Anhalt: Reicht der Mehrheit die Hand#

Gerade deshalb appelliere ich an alle Demokratinnen und Demokraten im gesamten Bundesgebiet: Schüttet jetzt bitte keine pauschale Häme über Sachsen-Anhalt aus. Prügelt nicht aus sicherer, arroganter Entfernung reflexhaft auf ein ganzes Bundesland ein. Ich verstehe den ersten Frustrationsimpuls nach solchen Wahlabenden nur zu gut, aber er ist politisch kurzsichtig und zutiefst ungerecht.

Ein blindes Bashing trifft niemals die Radikalisierten – die sind ohnehin kognitiv überhaupt nicht in der Lage, einen Text zu erfassen, der über drei Worte auf einem rechtsextremen Sharepic hinausgeht. Eine solche Kollektivstrafe trifft einzig und allein jene 56,2 Prozent, die sich der braunen Welle mutig und standhaft entgegengestellt haben. Diese demokratische Mehrheit verdient keinen Spott, sondern unsere uneingeschränkte Liebe, unseren Respekt, unseren Zuspruch und unsere unerschütterliche Solidarität. Es ist vor Ort verdammt schwer, Flagge zu zeigen, wenn Familien und Dorfgemeinschaften an der Bösartigkeit und Engstirnigkeit dieser verlorenen Seelen zerbrechen.

Zusammenstehen, Grenzen ziehen, Brücken bauen#

Demokratinnen und Demokraten, vereint euch. Wir haben diese Schlacht um die Vernunft gewonnen, auch wenn es verdammt knapp war. Lasst uns für die Zukunft zwei klare, unmissverständliche Leitlinien etablieren:

Konsequente Isolation der Unbelehrbaren: Verschwendet eure wertvolle Lebenszeit, Nerven und Ressourcen nicht mehr an jene, die sich vollends für den Menschenhass entschieden haben. Diskutiert nicht mit Leuten, die die Grundrechte anderer mit Füßen treten wollen. Zieht eine glasklare Grenze im Alltag: Kauft nicht bei ihnen ein, vergebt keine Aufträge an ihre Betriebe und überlasst sie der sozialen Kälte, die sie selbst herbeisehnen.

Wärme und Unterstützung für Umkehrende: Wenn es aber jemandem gelingt, sich aus eigener Kraft aus diesem braunen Sumpf herauszukämpfen, wer die toxische Verblendung abstreift und auf dem festen Fundament des Grundgesetzes wieder ein aufrichtiger Teil unserer Gesellschaft sein möchte – den empfangen wir mit offenen Armen, ehrlicher Wärme und echter Vergebung.

Politische Diskurse führen wir leidenschaftlich und konstruktiv mit jenen, die den Boden unserer Verfassung achten. Den verlorenen Rest lassen wir im Schlamm ihrer eigenen Paranoia einfach rechts liegen.

> Hinweis: Visualisierungen wurden aufgrund eigener Unfähigkeit mit KI erstellt.